Leimholz

Leimholz (auch Brettschichtholz oder Leimbinder genannt) ist ein moderner Holzwerkstoff, der aus mindestens drei faserparallel miteinander verleimten Brettlagen aus getrocknetem Nadelholz besteht. Während gewachsenes Massivholz durch Äste, Risse oder natürliche Spannungen in seiner Tragfähigkeit und Formstabilität begrenzt ist, eliminiert der Leimholzprozess diese Schwachstellen. Durch das herstellerseitige Sortieren und das anschließende Schichten entsteht ein Baustoff, der bei gleichem Querschnitt deutlich belastbarer ist als Vollholz. Zudem ermöglicht Leimholz die Fertigung extrem langer oder gebogener Bauteile, die mit gewachsenem Stammholz niemals realisierbar wären.

Der Herstellungsprozess: Homogenisierung des Materials

Um aus rohen Brettern ein hochstabiles Leimholzbauteil zu fertigen, sind mehrere präzise Schritte notwendig:

  1. Trocknung: Das Holz wird auf eine konstante Feuchtigkeit von ca. 10–12 % getrocknet. Dies minimiert späteres Schwinden oder Quellen.

  2. Festigkeitssortierung: Fehlstellen wie große Äste oder Harzeinschlüsse werden herausgeschnitten.

  3. Keilzinkenverbindung: Die kurzen Brettstücke werden an den Stirnseiten mit einer zackenförmigen Fräsung (Keilzinken) versehen und unter hohem Druck endlos miteinander verklebt.

  4. Verleimung: Die so entstandenen Lamellen werden flächig mit witterungsbeständigen Klebstoffen (z. B. Melaminharz) übereinandergestapelt und in einer Presse fest verbunden.

Die Vorteile in der Anwendung

Leimholz hat das moderne Bauwesen, insbesondere den Ingenieurholzbau, revolutioniert:

  • Hohe Formstabilität: Da die Schichten gegeneinander arbeiten, verzieht sich Leimholz kaum. Es bleibt gerade und rissarm.

  • Große Spannweiten: Hallenkonstruktionen mit freien Spannweiten von über 100 Metern sind durch Leimbinder statisch sicher umsetzbar.

  • Brandschutz: Entgegen der Erwartung verhält sich Leimholz im Brandfall sehr berechenbar. Es bildet an der Oberfläche eine Kohleschicht, die den Kern vor Hitze schützt und die Tragfähigkeit länger erhält als ungeschützter Stahl.

  • Ästhetik: Durch die gehobelte Oberfläche und die sichtbaren Lamellen wirkt Leimholz modern und warm zugleich.

Qualitäten und Oberflächen

Man unterscheidet beim Leimholz meist zwei optische Güteklassen:

  • Industrie-Qualität (Indu): Für nicht sichtbare Bereiche, bei denen nur die Statik zählt (z. B. im Dachausbau hinter Gipsplatten).

  • Sicht-Qualität (Si): Für offen liegende Konstruktionen in Wohnräumen oder Hallen, mit geschlossenen Oberflächen und harmonischem Faserverlauf.

Leimholz – das Hightech-Holz der Zukunft

Obwohl Leimholz sehr robust ist, können Feuchtigkeitsschäden oder Überlastungen zu Delaminationen (Lösen der Leimschichten) führen. Eine fachgerechte Sanierung mit tragenden Holzbauteilen ist sicherheitsrelevant. Kompetente Ansprechpartner für transparente Reparatur-Dokumentation finden Sie bei repair fair. Eine lückenlose Dokumentation der Reparaturmaßnahmen ist für die Bauabnahme und den Werterhalt Ihrer Immobilie unumgänglich.